Das Orchidarium



Mit Liebe und bestem Wissen von mir für Euch während des Homeschoolings unter erschwerten Bedingungen kredenzt.
Viel Spaß beim Lesen!

Ob das Wort Orchidarium tatsächlich existiert, weiß ich nicht.
Jedoch hat es sich mittlerweile so eingepflegt.
Als Orchidarium bezeichnet man einen geschlossenen Behälter der klimatisch kontrollierbar ist und mit Beleuchtung ausgestattet wird. In diesen Behältern werden dann die Orchideen an den Seiten und der Rückwand befestigt um sich daran zu erfreuen.
 
Soweit, so gut…
Die Bezeichnung Pflanzenvitrine oder gar Pflanzenterrarium gefällt mir besser.
Am besten eignen sich mittels Silikon verklebte Glasterrarien.
Diese bewirken durch ihre Lüftungsgitter einen Kamineffekt, welcher für stetige Zirkulation sorgt.
Auch können durch die meist verbauten Schiebescheiben arbeiten in der Pflanzenvitrine gut ausgeführt werden.
Wer ein bisschen Kreativität besitzt, kann wahre Meisterwerke entstehen lassen, welche einen Wohnraum derart aufwerten das TV Geräte fast überflüssig werden.
Felsen, Wurzeln welche sich moosbewachsen über Bachläufe strecken und auf deren Oberseiten sich kleine Farne etabliert haben. Ein, zwei Äste weiter stößt man auf ansehnliches Wurzelwerk und tolles Laub, bevor man auf eine atemberaubende Blüte trifft. Zugegeben, die meisten richtigen Liebhaber haben dezent einen Treffer aber einen schönen.
Ich möchte in diesem Bericht nur ganz kurz auf die Orchidarien eingehen und im weiteren Verlauf ein paar Beispielbilder zeigen.
In der Terraristik sind es vor allem die Halter verschiedenster Pfeilgiftfrosch / Baumsteiger Arten welche ein gutes Händchen für Ästhetik beweisen.
In der Tat bietet sich das Kultivieren vieler geeigneter Zwergorchideenarten in den Dendrowürfeln an.
 
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten der Innengestaltung. Viele Spezialisten gestalten diesen rein zu Gunsten der Pflanzen mit Edelstahl oder Plastikgitter in welche die bewachsenen Trägerhölzer gehangen werden.
Es gibt aber auch die Halter, die mit großem Aufwand die tollsten Landschaften zaubern.
Der Grundaufbau kann aus Styropor, Bauschaum oder ähnlichem bestehen.
Auch Filterschwamm aus der Aquaristik findet immer mehr Verwendung um luftige und trotzdem haltbare Grundstrukturen zu schaffen.
In diesem Aufbau ist ein Stück Schlauch aus der Aquaristik schnell integriert sodass man jederzeit die Möglichkeit hat, Wasser aus einem künstlichen Teich im Terrarium irgendwo an der Rückwand wieder austreten zu lassen um ein kleines Rinnsal zu gestalten.
Vor einiger Zeit hat man die Oberflächen dieser Grundstrukturen noch mit mehreren Schichten Fliesenkleber versteift und danach unter großem Theater mit Epoxidharz versiegelt.
Mittlerweile bietet der Markt da deutlich bessere Varianten.
Grundsätzlich können in Orchidarien und auch im Dendrobatenbereich Versteifungen weggelassen werden.
Die erste Variante ist die Verwendung von 2kpu Kleber, auch als Parkettkleber bekannt.
Er ist völlig unbedenklich nach der Aushärtung, wird nicht spröde, kann mit Eisenoxidpulver eingefärbt werden und besitzt immer eine geringe Elastizität was ihn robust macht. Kurz nach der Verarbeitung kann man diesen Kleber im noch feuchten Zustand beflocken.
Dazu bewirft man die gestalteten Flächen via Pinsel und Kehrschaufel mit einem Gemisch aus Strukturtorf, Moos, Xaximgranulat und diversen anderen natürlichen Sachen.
Natürlich dürfen es nur Materialien sein, welche feuchtigkeitsresistent sind und kein Verletzungsrisiko für gehaltene Tiere darstellen.
Nach der Trocknung wird lockeres Substrat wieder abgesaugt und man hat eine versiegelte, belastbare und optisch natürliche Fläche, welche geeignet ist um mit Epiphyten bepflanzt zu werden.
 
Eine andere Variante und meine persönlich bevorzugte, ist der Einsatz von Hygrolon.
Hygrolon ist ein sehr luftiges, dickes, verrottungsbeständiges und einfach zu verarbeitendes Gewebe.
Dieses hat wahrlich die Terraristik revolutioniert.
Rückwände werden nur noch geschäumt und dann wird das Hygrolon darüber gelegt.
Es hat hervorragende Leistung im Hinblick auf die Kapillarwirkung. Wodurch es mit minimalem Aufwand steht’s bügelfeucht gehalten werden kann.
Moose lieben es, sich auf dem braunen Gewebe auszubreiten und die epiphytisch wachsenden Pflanzen wie Bromelien, viele Farne, unzählige Zwergorchideen und Ranken ebenso.
Leider bietet der Onlinemarkt mittlerweile viel billigen Abklatsch, der jedoch minder geeignet ist und den Herren aus ihren Badeshorts bekannt sein dürfte. Qualitativ hochwertiges Hygrolon liegt preislich bei ca. 15 -20 € pro Quadratmeter und ist ungefähr 3 mm stark.
Es ist leicht mit einer Schere auf das gewünschte Maß zu bringen und kann mit Edelstahl Stiften in der Rückwand fixiert werden.
Ein punktuelles befestigen mit Silikon auf Essigbasis ist ebenfalls möglich jedoch bricht das Silikon, da wo es auf das Hygrolon trifft, die Eigenschaft der Kapillarwirkung.
 
Ganz wichtig ist ein ausreichendes aushärten des Silikons.
Nur kleinste Dämpfe des Essigs richten irreparable Schäden bei den Pflanzen an. Binnen weniger Stunden gebt ihr euren botanischen Schätzen so den Rest.
Geduld ist an diesem Punkt schwer und auch jahrelang erfahrene Profis bezahlen immer wieder Lehrgeld.
Lieber 48 Stunden länger gewartet als alles zu riskieren.
Ich spreche da leider auch aus Erfahrung und wenige Tage vor meiner Erfahrung erging es einem befreundeten Züchter so.
Nun ja, Lerneffekt gleich 0…
 
In den Bauschaum kann man geeignete Hölzer integrieren, welche sich dann ansehnlich ins Terrarium begeben. Diese bieten später zusätzliche geeignete Flächen um epiphytische Pflanzen zu kultivieren.
Nach Fertigstellung der Gestaltung, bietet es sich an, lebendes tropisches Moos in einem Häcksler (die Küchenschränke Eurer Partner bieten derlei vieles) mit etwas Regenwasser oder Destilliertem Wasser zu einem grünen Wässerchen zu vermengen. Diese Mooslösung kann man dann zum animpfen des Hygrolons mit einem Pinsel aufbringen. Die zerkleinerten Moose werden bei guten Bedingungen,wie genügend Helligkeit und Feuchtigkeit ausgewogen anwachsen.

Dieser Bericht befindet sich im stetigen Ausbau !